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Voranschlag 2010, Produktbudget 2010
Eine in schwieriger Zeit willkommene Entlastung soll natürlichen und juristischen Personen durch die geplante tiefere Steueranlage – 1.19 anstelle von 1.24 – gewährt werden. Der für Ittigen verkraftbare Fehlbetrag im Voranschlag 2010 macht 2,5 Mio. Franken aus.

Der Voranschlag schliesst bei Aufwendungen von 57,986 Mio. und Erträgen von 55,464 Mio. mit einem Fehlbetrag von 2,522 Mio. Franken ab. Nach Meinung des Gemeinderats kann die Deckung des Fehlbetrags über das Eigenkapital, welches aktuell 11,7 Mio. Franken beträgt, vertreten werden.

Die erfreulichen Rechnungsabschlüsse der Jahre 2005, 2007 und 2008, die gut dotierte Rückstellung für Steuerausfälle (Klumpenrisiko), das Eigenkapital von rund 5,2 Steuerzehnteln, die optimistische Erwartungsrechnung für die Rechnung 2009 und die den Umständen entsprechend vertretbare Prognose für den Voranschlag 2010 veranlassten den Gemeinderat, die Steueranlage für das Jahr 2010 nochmals, allenfalls einmalig, von 1.24 um 0.05 auf 1.19 Einheiten zu reduzieren.

Die Gemeinde startet mit dem Globalbudget 2010 bereits ins dritte IFM-Jahr (Ittiger-Führungs-Modell). Die Suche nach der sachgerechten Zuweisung der Produkte ist noch nicht abgeschlossen. IFM mit Globalbudgets ist als Prozess zu verstehen, der laufend verbessert wird. Sicht- und spürbar wird dies durch Änderungen an Produktdefinitionen und durch die teilweise grösseren Abweichungen in den Produkttotalen.

Die Steuerprognose natürlicher Personen basiert auf der Hochrechnung der zweiten Rate (- 0,862 Mio. Franken). Der Minderertrag ist auf die Anlagesenkung zurück zu führen. Unsicherheit herrscht in Bezug auf den Steuerertrag der juristischen Personen, der bewusst mit höchster Vorsicht eingestellt wurde (- 5,463 Mio. Franken).

Positiv wirken sich die geringe Teuerung und die stabilisierte Situation im Energiesektor aus. Aufgrund der prognostizierten Entwicklungen sind die Beiträge an den Finanzausgleich und die Zentrumslasten geringer ausgefallen (- 0,327 Mio. Franken). Demgegenüber erwartet Ittigen Mehrbelastungen in den Lastenausgleichssystemen Besoldungen Lehrkräfte, Beitrag an Kanton für die EL (Ergänzungsleistungen) und Familienzulagen sowie den öffentlicher Verkehr (+ 0,489 Mio. Franken). Die mittel- und langfristigen Schulden können auf dem Rekordtief von 5,1 Mio. Franken gehalten werden. Im Zeitraum von 6 Jahren war es möglich, den Schuldenbestand um 25 Mio. Franken zu reduzieren.

Die Spezialfinanzierungen Feuerwehr, Gemeinschaftsantennenanlage, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallentsorgung sind solide dotiert, so dass Fehlbeträge ohne Probleme aufgefangen werden können.

Das Investitionsvolumen beträgt zwischen 7 und 8 Mio. Franken. Darin enthalten ist das Projekt "Sanierung, Umbau und Erweiterung Dienstleistungszentrum Rain" mit 2,1 Mio. Franken, welches Ende Jahr der Gemeindeversammlung unterbreitet wird. Im Bereich des Strassenunterhalts stehen Projekte im Betrag von 1,2 Mio. Franken an. Der Umbau des Aufbahrungsgebäudes und des Werkhofs im Friedhof Bolligen ist mit 0,5 Mio. Franken berücksichtigt. Aus der gesamten Investitionsplanung fallen in die Kompetenz der Gemeindeversammlung all jene Projekte, die ein Investitionsvolumen von Fr. 0,4 Mio. Franken übersteigen.


Finanzplan 2011 – 2015
Die Ergebnisse der Planung fallen angesichts der ab 2010 mit 1.19 Einheiten veranschlagten Steueranlage nicht überraschend aus. Sie sind wohl unerfreulich, aber erklärbar.

Jetzige Erkenntnisse der Aufwand- und Ertragsentwicklungen zeigen aber, dass sich die aufziehenden Wolken in den kommenden Jahren hartnäckig halten könnten. Ittigen muss nach neuster Planung auf sein Eigenkapital zurückgreifen, um die Laufende Rechnung auszugleichen. Die jährlichen Fehlbeträge machen rund 4 Mio. Franken aus.

Blicken wir auf die vergangenen 10 Jahre zurück, so stellen wir fest, dass die Ergebnisse der letzten 10 Jahre sehr stark vom Steuerertrag des grössten juristischen Steuerzahlers geprägt wurden. Im problematischen wie auch im positiven Sinn.

Der Finanzplan insgesamt bringt klar zum Ausdruck, dass spätestens auf das Jahr 2011 hin die Frage der Steueranlage diskutiert werden muss. Dies insbesondere auch im Hinblick auf die ungewissen Entwicklungen der Lastenausgleichssysteme unter dem noch in der Beratung stehenden neuen Finanz- und Lastenausgleichsgesetz FILAG 2012.

Der Gemeinderat hat beschlossen, die gesamte Finanzplanung, die Investitionen und deren Spitzen, welche in den Jahren 2011 und 2012 liegen, bereits nach Vorliegen des Rechnungsabschlusses 2009 zu überarbeiten.

Die Produktgruppen mit den einzelnen Globalbudgets und das Produktbudget 2010 werden den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 02.12.2009 zum Beschluss vorgelegt. Die Ergebnisse des Finanzplans 2011 – 2015 werden den Stimmberechtigten lediglich zur Kenntnis gegeben.

Weiteres Zahlenmaterial finden Sie unter den Publikationen.

Finanzziele der Gemeinde sind:
  1. Beschränkung der Ausgaben auf das Notwendige
  2. Vorsichtige Einschätzung der Ertragsentwicklung
  3. Selbstfinanzierung bei Investitionen
  4. Dem sukzessiven Abbau der Fremdmittel ist hohe Priorität beizumessen
  5. Kontinuierlicher, massvoller Abbau Verwaltungsvermögen
  6. Weiterführen der Dienstleistungen auf der Basis der Vorjahre
  7. Fördern von Desinvestitionen

Gemeinde Ittigen
Jahr Aufwand Ertrag Ergebnis
2004 47'311'878 47'171'791 -140'087
2005 53'816'877 58'699'722 +4'882'845
2006 51'933'305 51'933'305 0
2007 58'055'000 58'760'000 +705'000
2008 59'131'207 62'287'762 +3'156'555
2009 61'571'507 63'446'423 +1'874'916
2010 57'986'012 55'464'012 -2'522'000
 
Zahlen in Kursiv betreffen das Budget, die anderen die Rechnung.

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